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Elektronik => Allgemeine Elektronik => Thema gestartet von: Polzi am Mai 28, 2008, 06:42:04 Nachmittag

Titel: Frage zu Steckdosenstrom
Beitrag von: Polzi am Mai 28, 2008, 06:42:04 Nachmittag
Hallo,

also mich beschäftigt folgendes: Wie jeder weiß, kommt aus der Steckdose Wechselspannung. Jetzt habe ich vor kurzem eine Art Ventilator für die komplette Bankreihe in meiner Klasse gebaut (12Volt aus Netzteil auf 6 Buchsen, in jede kommt ein PC-Lüfter). Da ich da nichts falsch machen wollte, habe ich nachgesehen, ob es wirklich egal ist, ob ich die beiden längeren Kontakte des Netzsteckers vertausche. Anscheinend gibts da ja doch Unterschiede.

Wenn ich so einen Leuchtschraubenzieher in die Steckdose stecke, dann leuchtet er auch nur bei einem Kontakt (Ich weiß, dass das eine scheiß Methode und gefährlich ist).

Was ist jetzt da der Unterschied? Warum leuchtet der Schraubendreher nicht bei beiden Kontakten? Ist das denn gar keine Wechselspannung? Ändert sich da nur auf einem Kontakt die Spannung von positiv zu negativ und zurück und der andere bleibt konstant Masse?

Wäre nett, wenn mich da jemand aufklären könnte...


Polzi
Titel: Frage zu Steckdosenstrom
Beitrag von: reski am Mai 28, 2008, 07:25:05 Nachmittag
aus einem Kontakt

L  = einmal 325V+ und dann gehts runter auf 325-
N  = 0V Masse
PE = Schutzleiter für die sicherung

Aus Wiki:
(http://h t t p://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/8a/Sine_voltage.svg/329px-Sine_voltage.svg.png)

1 = Scheitelwert,+-325V
2 = Spitze-Spitze-Wert,650V
3 = Effektivwert, +-230V
4 = Periodendauer der ablauf bis sichs wiederholt

mim Leuchtschraubenzieher :-) ists schon ok und wenn er nicht leuchtet würd ich ihm auch nicht vertrauen.. ansonsten einfach mal PE anfassen ... das sind die Metalkontakte die freiliegen im normalfall...
Titel: Frage zu Steckdosenstrom
Beitrag von: Polzi am Mai 28, 2008, 07:38:24 Nachmittag
Ahja, das heißt, dass ein Kontakt ist Masse, der andere ändert ständig die Spannung von 325V auf -325V und zurück. Weil das ganze Sinuswechselspannung ist, wirken effektiv nur 230V, was zwischen 0 und 325V liegt, also praktisch der "Durchschnitt".

Ja aber das ist doch dann richtig, dass der Schraubenzieher bei 0V nicht leuchtet?

Ich dachte immer, dass der eine Kontakt Minus, der andere Plus ist und beide abwechselnd eine Millisekunde durchgeschalten sind... Peinlich :p
Titel: Frage zu Steckdosenstrom
Beitrag von: reski am Mai 28, 2008, 07:41:29 Nachmittag
wenn du eine Birne (gleich hell) zum leuchten bringen willst

brauchste 230V Gleichspannung
oder 230V wechselspannung effektiv

jup nur eine seite leuchtet auf der STROM geht durch deinen körper in den boden ...

und eine periodendauer ist 20mS lang
Titel: Frage zu Steckdosenstrom
Beitrag von: Polzi am Mai 28, 2008, 08:18:34 Nachmittag
Du willst mir verklickern, dass bei dem Schraubenzieher Strom durch meinen Körper fließt?

Das hab ich jetzt echt nicht gedacht... Aber wo soller auch hin...
Titel: Frage zu Steckdosenstrom
Beitrag von: Knolle_P [Webmaster] am Mai 28, 2008, 09:25:42 Nachmittag
Deswegen nennt man die Dinger auch Phasenprüfer!
Die Leuchten nur wenn man an der Phase rumwerkelt und auch nur weil der nulleiter irgendwo vom E-Werk mit dem Boden verbunden ist.
So fliesst der Strom von der Phase über den Scharubenzieher über dich in den Boden zurück zum Null-Leiter bei E-Werk.
Wenn das E-Werk den Strom nicht erden würde dann könnte man so an die Stromleitungen fassen (nicht gleichzeitig beide) ohne das einem was passieren würde.

Gruss,
O.Pering
Titel: Frage zu Steckdosenstrom
Beitrag von: Polzi am Mai 28, 2008, 09:39:40 Nachmittag
Dann muss das Erden des Nullleiters ja einen entscheidenden Vorteil bringen?
Titel: Frage zu Steckdosenstrom
Beitrag von: Knolle_P [Webmaster] am Mai 28, 2008, 09:44:30 Nachmittag
Weiss nicht,
ich habe damals gehört das das auch deswegen gemacht wurde damit die Leute nicht zu sorglos mit dem Strom umgehen.
Sonst hat womöglich dann doch mal einer ne kaputte Leitung im Garten rumliegen und alle drumherum bekommen einen gebretzelt, weil dann doch plötzlich was geerdet ist wegen schlampiger kaputter Leitung.
Aber ob das DER oder überhaupt ein Grund ist weiss ich nicht.
Wenn man den Widerstand aus dem Phasenprüfer überbrückt hat man ein Prima Aprilscherz.. ;O)
Lieber nicht das kann böse enden !!!

Gruss,
KnolleP
Titel: Frage zu Steckdosenstrom
Beitrag von: Polzi am Mai 28, 2008, 10:06:57 Nachmittag
Im Gulliboard wärst du jetzt Opfer von einem Dutzend Elektrotechnikern, die dich jetzt als Anfänger und sorglos hinstellen würden.
Titel: Frage zu Steckdosenstrom
Beitrag von: reski am Mai 28, 2008, 10:46:57 Nachmittag
RICHIG ... deswegen mag ich das forum hier auch so ..
Titel: Frage zu Steckdosenstrom
Beitrag von: Polzi am Mai 28, 2008, 10:59:07 Nachmittag
Das Letzte was ich da getan habe war, dass ich einen Schaltplan gefunden habe mit dem man ein Netzteil bauen kann, dann habe ich gefragt, was ein 78xx macht und wofür er 2 Kondensatoren braucht. Dann ham se mich angemault, dass ich doch mit konkreten Fragen kommen soll. Am Schluss hab ich dann ein altes PC-Netzteil genommen und mir geschworen nie wieder dort zu posten. Die machen einen regelrecht fertig, wenn man was nicht so genau versteht. Okay, ich hab anfangs auch blöde Fragen gestellt, aber ne Community ist doch dafür da, dass man sich gegenseitig hilft. Und wenn man kein Bock zum schreiben hat, dann lässt mans und mault keinen dumm an, was ja auch mit Schreiben verbunden ist.

Ich find das zum Kotzen, wie die da mit einem umgehen. Vor allem der Wachtyp im Elektronikboard(Mir fällt gerade der Name dafür nicht ein). Der meint er is Gott.

Und ich hab und tu mich als Anfänger immernoch schwer genug etwas aus der weiten Welt der Elektronik zu verstehen.

Bei Gulli hätten sie mich wahrscheinlich auch geschröpft, wenn ich gefragt hätte, wie die Sache mit der Steckdose funktioniert. Steht ja überall bei Google...
Titel: Frage zu Steckdosenstrom
Beitrag von: reski am Mai 28, 2008, 11:17:43 Nachmittag
als erstes wikipedia.de oder google.. dan geziehlt fragen

oder faul sein gleich fragen ... und hoffen ... ich such auch noch mein richtiges poti :-)
Titel: Frage zu Steckdosenstrom
Beitrag von: Knolle_P [Webmaster] am Mai 29, 2008, 01:20:49 Nachmittag
Die Seite hier soll ja auch speziell für Anfänger sein!
Was auch den Grund hat das ich bei komplexeren Themen nicht helfen kann. Habe schliesslich selbst nur Hobby-Kenntnisse.

Drum bin ich natürlich super froh das wir auch so Freaks hier haben wie den ElHaber der fundierte Kenntnisse hat :o)
Den Rest der Truppe mit Ahnung haben wir dann im alten Forum. Die wollen hier ja nicht rein....

Aber ich finde es auch schade das man sich überall anmelden muss. Ich wollte mich letzt auch bekanken für Tips die ich in einem Forum über google gefunden habe, die mir sehr weiter geholfen haben. Ging aber nicht, sonst hätte ich erst ein Konto erstellen müssen. :o(

@reski Welches Poti?
Titel: Frage zu Steckdosenstrom
Beitrag von: reski am Mai 29, 2008, 08:14:18 Nachmittag
eigendlich nen flankengesteuertes poti für adiozwecke aber ich hab ja nen thema damit eröffnet..
Titel: Frage zu Steckdosenstrom
Beitrag von: Polzi am Mai 29, 2008, 08:29:14 Nachmittag
@Knolle: Du bist nur Hobbyelektroniker?!? Ich hatte gedacht du  hast das Zeug studiert? Da muss ich wohl mal irgendetwas falsch aufgefasst haben...

EDIT: Womit wir vom Thema weg wären :)
Titel: Frage zu Steckdosenstrom
Beitrag von: el-haber am Mai 30, 2008, 12:23:26 Nachmittag
Hi Knolle,
danke für das :o)!

Es gibt tatsächlich heute noch ungeerdete Netze. Das sind dann aber abgeschlossene Bereiche eines Sonderversorgers oder aber eine spezielle (Tauchpumpe) Anschlußüberwachung, bei der im normalbetrieb keine Querströme fließen dürfen. Dies wäre bei der üblichen Erdung des N aber auf der Leitung alleine schon der Fall. Diese Netze sind dann oft über den mitgeführten PE an eine Fehler_spannungs_überwachung angeschlossen.
Diese ist aber leicht durch sekundäre Fehler zu überbrücken und somit Wirkungslos. (Leck im Erdkabel, Blechplatte über das Motorgehäuse gelegt, die eine mögliche Fehelrspannung sofort ableitet....)

Die Erdung des Zentralpunktes in den Kraftwerken und Verteileranlagen hat den Vorteil, daß Phasenbezogene Ausgleichströme über die gut leitende Erde zurückgeführt werden können, ohne eine eigene Leitung zu verlegen (bei Kosten von minimal 25.000 EUR pro Km Versorgungsleitung nicht zu verachten).
Daneben ergibt sich auch gleich der Vorteil der vereinfachten aber jetzt erforderlichen Schutzmaßnahmen. Zum einen liegt immer eine Spannung von der Phase gegen Erde an - zum anderen kann diese aber leicht als Fehelrstrom erkannt werden.

Die L1, L2, L3 (Phasen) haben eine Spanung von 230V gegen Erde und gegen den N. Der PE (Schutzkontakt) ist vor der Fehlerstromüberwachung (FI) vom N getrennt. Wenn es eine Einkopplung (induktion) auf dem N gibt, dann löst dieser ebenfalls bei 'erdung' den FI aus. der L1..L3 ab einem Strom von 10mA sowieso. Dies kann geprüft werden, indem von L nach PE ein Lastwiderstand von 10kOhm oder 22kOhm geschalten wird. (FI-Prüfgerät).

Cu
Stef